Manon Cavallini weiß, was sie will – und wenn die berühmte Sängerin etwas will, bekommt sie es auch. Nicht weniger als sechs ihrer ehemaligen Gatten oder Liebhaber lernen wir im Verlauf der Operette kennen. Zurzeit hat sie einen jungen Verehrer, Raoul. In diesen ist auch die junge Lucy verliebt; sie bittet Manon, ihr zuliebe auf den begehrten Junggesellen zu verzichten. Was Lucy nicht wissen kann (und auch nicht soll): Manon ist ihre Mutter, und als solche zieht sie nun sämtliche Strippen, um die Tochter glücklich zu machen – ohne dabei selbst zu kurz zu kommen.
In dem 1932 für die größte Operettendiva ihrer Zeit, Fritzi Massary, geschriebenen Stück gehen Straus und sein Librettist Alfred Grünwald teils neue Wege: Die wie in einer rasanten Sprechkomödie geschliffenen Dialoge wechseln mit Musiknummern ab, die ganz am Puls der Zeit sind: Tango, Pasodoble, Jazzeinflüsse, nur gelegentlich noch – fürs große Gefühl – ein Walzer … und auf die Massary zugeschnittene Nummern mit Chansonqualitäten wie das berühmt gewordene »Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben«. Mit der (auch in erotischer Hinsicht) selbstbestimmten, geistreichen Titelheldin und seiner stilistisch besonders vielseitigen Partitur hat Straus hier eine Hymne auf die frivol-liberale Zwischenkriegszeit geschrieben, die sich bald nach
der Uraufführung als ihr Abgesang herausstellte. Der Clou der Inszenierung: Neele Kramer und Julian Rohde übernehmen alle 18 Rollen.
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