Der Hof des Gouverneurs Leonato von Messina bereitet sich auf die Vermählung seiner Tochter Hero mit dem Florentiner Claudio vor. Das passt dem intriganten Höfling Don John überhaupt nicht, und er versucht die Hochzeit zu vereiteln, indem er Claudio glauben lässt, seine Hero sei ihm untreu. Gleichzeitig liefern sich Leonatos Nichte Beatrice und der junge Benedict täglich scharfzüngige Wortgefechte und verpassen keine Gelegenheit, einander zu verspotten. Ihre Freund_innen sind allerdings überzeugt davon, dass die beiden eigentlich ineinander verliebt sind, und bringen sie listig dazu, das am Ende auch zu erkennen.
Beatrice und Benedict sind eins der interessantesten Paare in Shakespeares Theaterkosmos. Durch ihr permanentes Streiten sind sie – anders als die konventionelleren Hero und Claudio – ein verblüffend gleichberechtigtes Paar, das sich eine erfüllende
Partner_innenschaft eben richtiggehend erstreitet. Charles Villiers Stanford (1852-1924), der »irische Dvořák«, studierte in Cambridge und Leipzig und unterrichtete selbst ab 1887 in Cambridge fast alle bedeutenden britischen Komponist_innen der nächsten Generation – Vaughan Williams, Holst, Bridge, Bliss, Rebecca Clarke … Seine Shakespeare-Oper viel lärm um nichts von 1901 wurde für seine Treue dem Shakespeareschen Original gegenüber und für die kongeniale Umsetzung in Musik gefeiert: genereller Melodienreichtum, einprägsame Themen, die geistreiche Frische der komischen und die Poesie der romantischen Szenen. Höchste Zeit, dass das Stück nach seiner Wiedererweckung in England 2019 endlich auch auf dem Kontinent wieder viel Lärm – pardon: viel Spaß und Musik macht!
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