Helle Aufregung in einem Tiroler Bergdorf – Prinz Carl Emanuel macht hier Station auf seiner Europareise, auf der er sich für eine Gattin entscheiden muss. Der Prinz allerdings flirtet zwar gern, aber die standesgemäßen Frauen hält er alle für langweilig. Was er nicht wissen kann: Seine nächste Kandidatin, Prinzessin Flori, weilt inkognito als Kunstmalerin im Dorf, wo man sie ihrer feinen Manieren wegen »die Dorfkomtesse« nennt. In Hofkreisen gilt sie hingegen als undamenhafte Prinzessin, die selbst kocht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Als der Prinz sie mit einem Strauß Edelweiß zur Ballkönigin machen will, belehrt sie ihn, Edelweiß tauge nur dann als Liebeserklärung, wenn es eigenhändig gepflückt sei. Also beschließt der Prinz, die Blumen pflücken zu gehen – und so führt ein Showdown im Hochgebirge zum wohlverdienten Happy End.
Die in Amsterdam aufgewachsene Komponistin Rachel Danziger van Embden lebte mit ihrer Familie in Berlin, wo sie Opern, Operetten und Filmmusiken schrieb. Ab 1933 durften ihre Werke im Deutschen Reich nicht mehr gespielt werden; erst seit Kurzem weiß man, dass sie als fast einziges Mitglied ihrer jüdischen Familie der Ermordung im Konzentrationslager entkommen und nach England fliehen konnte. Ihre dorfkomtesse wurde 1909 in Stockholm uraufgeführt. Als eine der ersten, wenn nicht gar die erste Operette einer Komponistin machte das Stück zusätzlich Furore. In der Musik verbinden sich Wiener und Berliner Operette – von Walzern über Schuhplattler bis zu spritzigen Buffoduetten – und eine klassische Operettenhandlung mit einer selbstbestimmten, den Männern drumherum spielend überlegenen Titelheldin.
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