Im beschaulichen Örtchen Châlons erwartet der aus Paris geflohene Karikaturist Jaquino seine Geliebte Ernestine. Doch ihre Ankunft verzögert sich, da sie in Paris noch einen Auftritt als die »Göttin der Vernunft« geben muss. Der cholerische Oberst Furieux fiebert ebenfalls der Ankunft der gefeierten »Göttin« entgegen. Statt Ernestine trifft jedoch zunächst Mathilde de Nevers in Châlons ein. Die Aristokratin ist ebenfalls auf der Flucht - um sich vor einer Verhaftung zu schützen, wird sie kurzerhand von dem sonst eher gehemmten Bonhomme als Ernestine ausgegeben, während die echte Ernestine hingegen als neue Direktorin des nahegelegenen Mädchenpensionats ankommt. Oberst Furieux macht der vermeintlichen Künstlerin den Hof, doch sie interessiert sich mehr für den herzensbrechenden Hauptmann Robert. Als die Maskerade auffliegt, tritt in letzter Minute die unerwartete Rettung ausgerechnet mit dem Herzog von Braunschweig und seiner Armee in Châlons ein. Damit ist die Gefahr gebannt – niemand wird verhaftet, und die beiden Paare finden in Frieden zueinander.
In den Jahren nach der Französischen Revolution gab es Bestrebungen, die Kirche durch einen sogenannten »Kult der Vernunft« zu ersetzen. In diesem Zusammenhang wurde die Kathedrale Notre-Dame in Paris symbolisch zum »Tempel der Vernunft« umgewidmet und den Höhepunkt der dort befindlichen Zeremonien bildete der feierliche Einzug der »Göttin der Vernunft« durch die Kirche. Diesem Thema widmete der Wiener Walzerkönig Johann Strauss seine letzte Operette. Verlegt in die Zeit des Deutsch-Französischen Kriegs, entfaltet sie sich in der neuen Inszenierung von Christian von Götz als eine scharfe Parodie auf Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, gesellschaftlichen (Miss-)Stellungen und zweier säbelrasselnder Nationen. Zugleich erweist sie sich als ein wahres Füllhorn an unvergesslichen Melodien und doppeldeutigen Anspielungen.
↗ Die Dramaturgen Tal Soker und Philipp Wegerer im Gespräch mit Regisseur Christian von Götz
↗ Dauer: ca. 2 Std. 45 Min. (inkl. Pause)
↗ Karten im service_center
(05121 1693 1693, service@tfn-online.de)
↗ Webshop über reservix mit zusätzlichen Gebühren
↗ Premierenbesucher_innen erhalten als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten durch den Fehlalarm eine Freikarte für einen Folgetermin. Bitte wenden Sie sich an das service_center.