Der berühmteste (Schweizer) Apfel der deutschen Literatur hilft wieder dabei, einen Aufstand anzuzetteln. In ihrem Ringen um die Herrschaft über die Schweiz unterdrücken die habsburgischen Fürsten die Bevölkerung. Um seine uneingeschränkte Macht über die Schweiz zu zeigen, setzt der Landvogt Gessler einen Stellvertreter ein, der genauso unterwürfig gegrüßt werden soll wie Gessler selbst – dieser Stellvertreter ist aber nichts weiter als ein Hut auf einem Stock. Als der Titelheld Wilhelm Tell sich weigert, den Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen, droht der Vogt ihm mit lebenslänglicher Haft. Gesagt, getan, geschossen – Tell trifft den Apfel, aber weil er einen zweiten Pfeil bereitgelegt hat, um notfalls aus Rache Gessler zu erschießen, fangen die Mühlen der Unterdrückung an zu mahlen.
In dem klassischen Stück von Friedrich Schiller werden die großen Themen Unterdrückung, Herrschaft und Befreiung gezeigt. Wie hoch ist der Preis, den jede_r entrichten muss, um die eigene Freiheit und die Freiheit des Landes, in dem man lebt, zu sichern? Und ist es gut, sich da, wo Zwang und Unrecht herrschen, wo Äpfel von Köpfen geschossen werden müssen, einen zweiten Pfeil bereitzulegen?
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↗ Das Schauspiel ist als Teil der Trilogie wilhelm tell zu erleben. Das tfn widmet sich diesem zeitlosen Stoff auch in der Oper und im Jungen Theater als Musical.